Konstruktiver und natürlicher Holzschutz


Konstruktiver und natürlicher Holzschutz sorgen durch geeignete Maßnahmen dafür, dass Holz naturgerecht verarbeitet wird, dauerhaft haltbar bleibt und "holzfeindliche Umgebungen" vermieden werden.

Welche Art von Holzschutz ist vorzuziehen?

Wir zeigen Ihnen anhand einiger Zusammenhänge

  • welches Holz für welche Maßnahme geeignet ist
  • die 6 wesendlichen Holzfeinde

Anschließende geben wir fünf Empfehlungen wie Sie Ihr Holz einfach schützen.

Natürlicher Holzschutz

Natürlicher Holzschutz und konstruktiver Holzschutz sind keine Wiedersprüche sondern ergänzende Maßnahmen. Beim natürlichen Holzschutz setzen Sie vor allem die richtigen Hölzer für den richtigen Zweck ein.

Dabei gibt es zum einen die Unterscheidung in Weichholz und Hartholz (Laub- und Nadelholz mehr im Abschnitt unterschiedliche Holzarten) sowie in Kern- und Splintholz. Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass Splintholz extrem anfällig gegen Käferbefall und gegen Pilzbefall ist. Deshalb lautet unsere Rat: Benutzen Sie nur Kernholz.

Weiter sind Harthölzer meist wesentlich unempfindlicher gegen Pilze und Insektenbefall. Allerdings haben diese Harthölzer auch Ihren Preis. Hier ist deshalb abzuwägen zwischen einer oftmals sehr teuren und einer preisgünstigeren Lösung. Die Entscheidung kann man sich erleichtern wenn man die Regeln des konstruktiven Holzschutzes berücksichtigt.

Konstruktiver Holzschutz

Für Holz gibt es feindliche Umgebungen. Diese sind:

Holzfeind 1 - Ständiger Erdkontakt
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Bild 1: Falsch Konstruktion. Das Holz ist in direktem Erdkontakt. Dis führt zur baldigen Schädigung durch Bakterien und Pilze.

Bild 2: Richtige Konstruktion. Das Holz wird durch einen Eisenwinkel vom direktem Erdkontakt abgehalten. zusätzlich kann sich hier wenig stehendes Wasser bilden. Der ständige Erdkontakt in leicht feuchter Erde fördert die Übertragung von Mikroben und Pilzen.
Holzfeind 2- Stehende Luft bei hoher Feuchte
Hohe Luftfeuchte mit stehenden Luftschichten führt zur Schimmel- oder Pilzbildung und fördert das Wachstum von Holzschädlingen. Vor allem bei Holzfeuchten zwischen 20% und 30% finden Pilze und Holzschädlinge den idealen Nährboden. (Mehr zu Holzzersetzenden Pilzen)
Holzfeind 3 - Stehendes Wasser
Stehendes Wasser laugt einerseits das Holz aus und sorgt in der Übergangszone zwischen Wasser und Luft für Holzfeuchtebedingungen bei der Pilze die ideale Umgebung finden.
Holzfeind 4 - Hitze im Holz und auf der Holzoberfläche
Bei direkten Sonneneinstrahlung können auf der Holzoberfläche Temperaturen bis zu 80 oder 90 Grad Celsius erreicht werden. Je weiter man in das "Innere des Holzkerns" vordringt desto weiter sinkt die Temperatur ab.

Diese Temperaturen führen zu hohem Dampfdruck in den Holzzellen. Kann der Druck nicht schnell genug entweichen führt die zur Rissbildung, die im für das Auge unsichtbaren Mikrobereich beginnt und zur richtig großen, deutlich sichtbaren Rissen führen kann. Das Holz wird mechanisch zerstört.

Viel schlimmer als die "mechanische Schädigung" sind jedoch die entwicklung idealer Lebensräume für Pilze, tierische Schädlinge und Bakterien durch die oftmals nur mikroskopisch kleinen Risse. Weiterhin kann der unterschiedliche Temperaturverlauf im Holz Spannungen und Verwerfungen im Holz hervorrufen.
Holzfeind 5 - Direkte Sonneneinstrahlung
Die direkte Sonneneinstrahlung schädigt Holz auf zwei unterschiedliche Arten einmal durch UV-Strahlung und durch Hitze.

UV-Strahlung

UV-Licht baut Holzbestandteile ab und schädigt damit die Holzsubstanz. Dies zeigt sich unter anderem auch am Vergrauen von Holz.

Holzfeind 6 - Wind und Regen
Wind und Regen mit starken Feuchtenschwankungen führen zum Schwinden und Quellen von Holz mit Maßänderungen bis zu 15 %. Diese wiederum beeinträchtigen den Lack- oder die Lasurschicht, wenn diese die Maßänderungen nicht wie eine Luft und feuchtendurchlässige Gummihaut mitmachen kann.

Empfehlungen für konstruktiven Holzschutz

1. Vermeiden Sie direkten Erdkontakt bei Holz.

2. Vermeiden Sie stehendes Wasser auf Holzflächen. Keine horizontal verlaufenden Holz- oder Leim-Fugen. Wasserbeaufschlagte Flächen bei Fenster, bei Verschalungen oder Dächern mindestens mit 15 Grad abschrägen. Bei Verbretterung muss die Nutöffnung immer nach unten oder nach Norden bzw. nach Osten zeigen.

3. Keine Waagrechten Hirnholzflächen, da durch diese das Wasser sehr schnell in das Holz eindringen kann.

4. Keine Holzverschalung direkt auf Mauerwerk oder Beton anbringen.

5. Luftzirkulation rund um Holz ermöglichen.